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Ausbildung, Verdienst und Tätigkeiten einer Immobilienkauffrau

Von: Frank Schroeder • Zuletzt aktualisiert: Juli 2017

Immobilien-BeratungWenn Sie als Immobilienkauffrau tätig sind, dann sind Sie für Ihre Kundschaft da, wenn es um Grundstücke, Häuser und Wohnungen geht. Sie arbeiten daher im Bereich Immobilienwirtschaft und erwerben je nach Position sogar Objekte. Zusätzlich sind Sie als Immobilienkauffrau für die Vermittlung von Objekten zuständig, veralten diese Objekte oder begleiten Bauvorhaben und Finanzierungskonzepte. Nach Ihrer Ausbildung zur Immobilienkauffrau stehen Ihnen zusätzliche Optionen zur Weiterbildung zur Verfügung, um sowohl die eigenen Qualifikationen als auch das Gehalt zu erhöhen. Alles über dieses Thema und die Immobilienkauffrau-Ausbildung lesen Sie in unserem Ratgeber.

Zusammengefasst – auf einen Blick:

  • als Immobilienkauffrau arbeiten Sie im Bereich der Immobilienwirtschaft
  • nach der Ausbildung sind zusätzliche Weiterbildungen (z.B. ein Studium) möglich
  • Ausbildung zur Immobilienkauffrau dauert in der Regel drei Jahre, kann auf zwei Jahre verkürzt werden
  • Immobilienkauffrau-Ausbildung ist ein anerkannter Ausbildungsberuf
  • diese Ausbildung wird auch als Handels- und Industrie-Ausbildung betitelt
  • spezielle Wahlqualifikationseinheiten sind beispielsweise im Bereich der Maklergeschäfte möglich
  • bei den meisten Firmen ist für die Ausbildung mindestens ein Realschulabschluss nötig
  • auch ein Quereinstieg und eine Umschulung zur Immobilienkauffrau ist möglich
  • als Immobilienkauffrau kümmern Sie sich vorrangig um Planungen, Kalkulationen, Überprüfungen und Auswertungen
  • das Gehalt als Lehrling ist nach Ausbildungsjahren gestaffelt und fängt je nach Firma, Bundesland und weiteren Kriterien bei ca. 780 Euro brutto monatlich an
  • nach der Ausbildung erhalten die meisten Immobilienkauffrauen (ebenfalls abhängig zahlreicher Faktoren) zwischen ca. 1.800 und 2.400 Euro brutto pro Monat

Ausbildung zur Immobilienkauffrau

ImmobilienkauffrauDie Immobilienkauffrau-Ausbildung dauert drei Jahre, jedoch ist es in gewissen Situationen möglich, dass Sie diese Lehre um ein Jahr verkürzen. Generell handelt es sich bei der Ausbildung zur Immobilienkauffrau um einen anerkannten Ausbildungsberuf, die auch als Handels- und Industrie-Ausbildung bezeichnet wird.

Ausbildung Immobilienkauffrau

Als anerkannter Ausbildungsberuf dauert die Ausbildung zur Immobilienkauffrau in der Regel drei Jahre.

Sie arbeiten in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft und können sich je nach Unternehmen durch Wahlqualifikationseinheiten spezialisieren, beispielsweise in den Bereichen

  • Wohnungseigentumsverwaltung
  • Gebäudemanagement
  • Maklergeschäfte
  • Bauprojektmanagement
  • Steuerung und Kontrolle von Unternehmen

Als Voraussetzungen für die Ausbildung zur Immobilienkauffrau gilt in der Regel ein Schulabschluss. Je nach Unternehmen wird mindestens die Realschulreife vorausgesetzt, teilweise aber auch Abitur.

Quereinstieg und Umschulung

Immobilienkauffrau Beratung

Eine Immobilienkauffrau führt nicht nur Besichtigungen durch, sondern leistet noch viel mehr.

Wenn Sie die Ausbildung zur Immobilienkauffrau nicht direkt nach Ihrer Schulzeit bestreiten wollen, sondern erst später in der Branche Fuß fassen möchten, dann ist es möglich, per Umschulung oder Quereinstieg eine Ausbildung zu absolvieren.

Möchten Sie diesen Weg einschlagen, dann bringen Sie am besten ein wenig Interesse in den Bereiche Mathe und Wirtschaft mit, da Sie allein während Ihrer Ausbildung viele Kalkulationen, aber auch Tabellen und Rechnungen erstellen. Auch die zwischenmenschliche Komponente ist bei diesen Jobs sehr wichtig.

Auch als Quereinsteiger oder wenn Sie per Fernstudium oder Abendschule eine Umschulung anstreben, lernen Sie den Ausbildungsberuf drei Jahre. Auch hierbei gibt es Möglichkeiten, bei entsprechenden Noten und Engagement die Zeit auf zwei Jahre zu verkürzen.

Aufgaben und Tätigkeiten während der Ausbildung

In Ihrer Ausbildung zur Immobilienkauffrau lernen Sie eine Vielfalt an Tätigkeiten kennen, die Sie für den späteren Werdegang gebrauchen können. Vorrangig geht es um,

  • Planungen
  • Kalkulationen
  • Überprüfungen
  • Auswertungen

und um die Erstellung und Auswertung von gewinnbringenden Exposés für Immobilien.

Damit der Ausbildungsberuf abwechslungsreich bleibt, findet die Ausbildung selbst nicht nur innerhalb von Gebäuden statt, sondern auch konkret bei Immobilien. So lernen Sie beispielsweise, wie der Wert von Immobilien richtig geschätzt und beurteilt wird und wie Sie Wohnungen und Häuser für Ihre Kundschaft präsentieren.

Nicht zuletzt sind auch die Buchhaltung und sogar Informationen im Bereich Gesprächs- und Verkaufsführungen Teil der Ausbildung.

Gehalt während der Ausbildung

Gehalt einer ImmobilienkauffrauIhr Gehalt in der Ausbildung ist abhängig vom Lehrjahr, dem Unternehmen und der Region, in der die Firma ansässig ist. Im Durchschnitt verdienen Sie als Immobilienkauffrau jedoch sehr gut, verglichen mit anderen Ausbildungsberufen.

Lehrjahr Verdienst
Im 1. Lehrjahr: durchschnittlich 780 Euro brutto pro Monat
Im 2. Lehrjahr: durchschnittlich 890 Euro brutto pro Monat
Im 3. Lehrjahr: durchschnittlich 1.000 Euro brutto pro Monat

Um Ihr finales Netto-Gehalt zu ermitteln, müssen Sie abhängig Ihres Bundeslandes verschiedene Kosten abziehen. Hierfür gibt es im Internet zahlreiche Brutto-Netto-Rechner, die Sie bei der Ermittlung des finalen Gehaltes unterstützen.

Gehalt und Verdienstmöglichkeiten nach Abschluss der Ausbildung

Nach Ihrer Ausbildung zur Immobilienkauffrau ist das abschließende Gehalt ebenso von verschiedenen Faktoren abhängig. In Städten wie Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Leipzig, Hannover, Bremen und weiteren liegt das Gehalt in der Regel höher als beispielsweise auf dem Dorf. Entscheidend ist außerdem, für welches Unternehmen und für welche ausgeschriebene Stelle Sie sich bewerben.

Monatlich können Sie zwischen 1.800 Euro und 2.400 Euro brutto kalkulieren. Dieses Gehalt lässt sich durch Weiterbildungen, beispielsweise in Form einer zusätzlichen Ausbildung oder einem Studium, erhöhen.

Bilden Sie sich zum Fachwirt weiter, dann können Sie zukünftig mit einem durchschnittlichen Gehalt von 3.000 Euro rechnen. Abhängig ist das Gehalt allerdings auch davon, ob Ihnen per Vertrag ein normales Festgehalt geboten wird, oder aber ein Festgehalt in Kombination mit einer Provision – zum Beispiel für die erfolgreiche Vermittlung von Immobilien.

Abhängig des jeweiligen Bundeslandes kann die Provision für erfolgreiche Immobilienverkäufe ganz unterschiedlich ausfallen.

Bundesland Häufigste Maklerprovision in Prozent vom Verkaufspreis Wer zahlt in der Regel?
Baden-Württemberg 7,14 Prozent Hälfte/Hälfte
Bayern 7,14 Prozent Hälfte/Hälfte
Berlin 7,14 Prozent Käufer
Brandenburg 7,14 Prozent Käufer
Bremen 5,95 Prozent Käufer
Hamburg 6,25 Prozent Käufer
Hessen 5,95 Prozent Käufer
Mecklenburg-Vorpommern 5,95 Prozent 2,38 Prozent Verkäufer & 3,57 Prozent Käufer
Niedersachsen 4,76 – 7,14 Prozent (nach Region) Hälfte/Hälfte oder nur Käufer
Nordrhein-Westfalen 7,14 Prozent (teilweise niedriger) Hälfte/Hälfte
Rheinland-Pfalz 7,14 Prozent (teilweise niedriger) Hälfte/Hälfte
Saarland 7,14 Prozent Hälfte/Hälfte
Sachsen 7,14 Prozent Hälfte/Hälfte
Sachsen-Anhalt 7,14 Prozent Hälfte/Hälfte
Schleswig-Holstein 7,14 Prozent Hälfte/Hälfte
Thüringen 7,14 Prozent (teilweise niedriger) Hälfte/Hälfte

Weiterbildung nach der Ausbildung

Entschließen Sie sich nach der Ausbildung zur Immobilienkauffrau dazu, sich weiterbilden zu wollen, dann gibt es für Sie verschiedene Möglichkeiten. Neben einem Studium können Sie sich beispielsweise zum Immobilienfachwirt weiterbilden und zukünftig eine Immobilienmanagement-Führungsposition einnehmen.

Die Dauer der Weiterbildung ist davon abhängig, ob Sie in Vollzeit oder in Teilzeit agieren. In Vollzeit können Sie die Prüfung bei der IHK schon nach drei Monaten ablegen, in Teilzeit in der Regel nach 18 bis 24 Monaten.

Bewerbung auf Stellenangebote

Um sich für eine Ausbildung als Kauffrau oder Kaufmann im Bereich Immobilien zu bewerben, ist es in der Regel lediglich nötig, eine Bewerbung in Form eines Anschreibens und eines Lebenslaufes einzusenden. Vorher kann es sinnvoll sein, beim gewünschten Unternehmen ein Praktikum zu absolvieren, da die Chance auf eine Übernahme für die Ausbildung damit erhöht wird.

Wenn Sie die Immobilienkauffrau-Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben, können Sie sich nach Ihrer Lehre für verschiedene Stellenbereiche bewerben. Suchen Sie hierfür am besten im Internet auf den einschlägigen Jobbörsen, in regionalen Zeitschriften oder sprechen Sie persönlich beim Unternehmen vor, in dem Sie sich eine Festanstellung wünschen würden.

{ 3 Kommentare… add one }

  • Katharina 18. Januar 2016, 10:23

    Kann ich denn auch im mittleren Alter noch eine Ausbildung zur Immobilienkauffrau machen oder ist es dann schon zu spät? Ich bin 29, mache meinen Master, bin aber mit dem Verlauf des Studiums unglücklich. Ich überlege das Studium abzubrechen und einen Quereinstieg zur Maklerin zu machen bzw. als Immobilienkauffrau zu arbeiten. Wie gut oder schlecht stehen meine Chancen einen Job hier zu finden? Würde mich über Tipps und Rat oder sogar Erfahrungen freuen. Gehalt und Verdienstmöglichkeiten sind mir da nicht so wichtig, mir gehts mehr um die Aussichten und ob ich eine Perspektive in der Immobilien Branche hätte. Danke 🙂

  • XoXo44 20. Januar 2016, 21:49

    Ich denke gerade in dieser Branche kann jeder einsteigen, sofern gewisse Voraussetzungen gegeben sind: Selbstbewusstes und gepflegtes Auftreten, gute Verkaufsskills, gute Menschenkenntnisse und die Beherrschung von Umgangsformen. Sowas ist sicher wichtig.

    Aber in erster Linie spielen wohl Kontakte und etwas Glück eine größere Rolle. Das Alter ist das wahrscheinlich nebensächlich, wenn man einfach nur einsteigen will.

    Für eine klassische Ausbildung würde ich aber mal bei der IHK nachfragen oder einfach mal bewerben und schauen, was da für antworten kommen. Eventuell kannst du das Studium ja noch nebenbei abschließen??

  • Katharina 22. Januar 2016, 21:51

    Danke für die Antwort aber das Studium ist für mich kaum noch auszuhalten… werde es wohl abbrechen. Hätte mich über Erfahrungsberichte von Maklern oder solchen die einen Quereinstieg begonnen haben gefreut.

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