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Grunderwerbsteuer

Von: Frank Schroeder • Zuletzt aktualisiert: Oktober 2017

Die Grunderwerbsteuer ist im Grunderwerbsteuergesetz gesetzlich geregelt. Sie muss nach der erfolgreichen Beurkundung eines Kaufvertrages an das zuständige Finanzamt gezahlt werden. Alles was Sie über diese für Immobiliengeschäfte relevante Steuer wissen müssen, erfahren Sie in diesem Artikel. 

Wann muss ich die Grunderwerbsteuer bezahlen?

Die Grunderwerbsteuer ist eine Steuer, die bei jedem Erwerb eines Grundstücks oder Grundstückanteils erhoben wird.  Die Steuer wird fällig, wenn ein notarieller Kaufvertrag vorliegt, in dem sich der Verkäufer verpflichtet dem Käufer das Grundstück bzw. den Grundstücksanteil zu übergeben und der Käufer sich im Gegenzug verpflichtet den vereinbarten Kaufpreis an den Käufer zu bezahlen. Entscheidend ist nicht der Zeitpunkt der Erstellung des Vertrages, sondern die notarielle Beurkundung. Neben dem Erwerb eines Grundstückes ist unter anderem auch der Erwerb eines Erbbaurechts steuerpflichtig.

Wichtig: Die endgültige Eintragung des Käufers in das Grundbuch erfolgt erst, wenn die Grunderwerbsteuer an das Finanzamt gezahlt wurde.

Muss ich die Grunderwerbsteuer auch bei einer Schenkung bezahlen?

Die Schenkung einer Immobilie oder eines Grundstücks ist in der Regel steuerfrei. Damit ist dieser Fall eine der wenigen Ausnahmen bei dem nach der Beurkundung keine Grunderwerbssteuer an das Finanzamt gezahlt werden muss. Allerdings kommt dann eine Besteuerung  nach Erbschaftsteuer- und Schenkungsgesetz in Frage. Ein Sonderfall ist eine Schenkung mit Auflage, bei der die Grunderwerbssteuer unter bestimmten Umständen zusätzlich fällig werden kann.

Welche anderen Befreiungen von der Steuer gibt es?

  • Der für die Steuer relevante Kaufpreis liegt unter 2.500€
  • Ein Miterbe kauft die Immobilie aus dem Erbe der Erbengemeinschaft
  • Das Grundstück wird durch den Ehegatten oder Lebenspartner erworben
  • Die Immobilie wird durch das Kind von den Eltern gekauft
  • Erwerb des Grundstückes im Rahmen einer Vermögensauseinandersetzung nach einer Scheidung

Wie viel Grunderwerbsteuer muss ich als Käufer bezahlen?

Die Festlegung der jeweiligen Steuersätze ist Sache der Bundesländer. Daher variiert deren Höhe je nach dem in welchem Bundesland sich die Immobilie befindet. So müssen in Sachsen und Bayern 3,5% des Kaufpreises als Grunderwerbsteuer an das Finanzamt bezahlt werden. In den restlichen Bundesländern liegt der Steuersatz deutlich höher zwischen 4,5% – 6,5%. Die Höhe des Betrages bemisst sich in der Regel am im Kaufvertrag vereinbarten Preis. Unter Umständen müssen hier auch Nebenkosten wie die Provision des Maklers hinzugerechnet werden.

Bei den Grunderwerbsteuern handelt es sich um Nebenkosten des Kaufs der Immobilie. Dementsprechend können Sie diese unter bestimmten Voraussetzungen auch steuerlich geltend machen und so zum Beispiel auch bei der Abschreibung für Abnutzung ansetzen. Ihr Steuerberater kann Sie zu diesem Thema beraten

Steuersätze in den Bundesländern

Schleswig-Holstein  6,5%
Rheinland-Pfalz  5%
Sachsen-Anhalt  5%
Nordrhein-Westfalen  6,5%
Berlin  6%
Niedersachsen  5%
Brandenburg  6,5%
Bremen  5%
Mecklenburg-Vorpommern  5%
Hamburg  4,5%
Thüringen  6,5%
Sachsen  3,5%
Hessen  6%
Saarland  6,5%
Baden-Würtemberg  5%
Bayern  3,5%

Beispielrechnung

Bei einem beurkundeten Kaufpreis von 280.000€ muss der Käufer der Immobilie in Brandenburg bei einem Steuersatz von 6,5% 18.200€ Grunderwerbssteuer an das Finanzamt zahlen. Wenn sich diese Immobilie in Bayern befindet, muss der Käufer bei einem Steuersatz von 3,5% nur 9.800€ Steuern bezahlen. Allerdings kann sich dieser Nachteil des Standortes durch die individuelle Höhe der Grundsteuer wieder ausgleichen, denn hier gibt es je nach Region und Ort starke Unterschiede was die Höhe der jährlich zu zahlenden Steuer angeht.

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